Ein Dorf aus Plastikflaschen

Text | Gerda Gericke

Foto | Christof Mattes

„Meine Generation hat die Erde vermüllt und kaputt ­gemacht.“ Robert Bezou ist nicht wie andere kanadische Rentner in die Karibik gezogen, um am Strand zu sitzen und das Leben zu genießen. Er will den ­Planeten retten. Deshalb baut er im Touristenhotspot Bocas del Toro im äußersten Nordwesten Panamas ein Dorf. Und zwar aus Plastikflaschen.

Der Weg ins Plastikflaschendorf führt über eine kurvenreiche, mit Schlaglöchern übersäte Straße. Bunte Schilder am Wegesrand heißen den Besucher willkommen. „Mehr Abfall im Meer = weniger Fische – Plastic Bottle Village“ und „Steinzeit-Eiszeit-Plastikzeit“ ist auf ihnen zu lesen. Hinter einer Kurve taucht die blaugrün gesprenkelte Fassade einer mächtigen Burg auf. Fast so hoch wie die Bäume drumherum ragt sie empor. Aber statt festem Mauerwerk funkeln weiße, grüne und blaue Plastikflaschen in Drahtkäfigen in der Sonne. Hier hat einer seiner Phantasie freien Lauf gelassen und sich ein kleines Märchenschloss zusammengezimmert – mit dreieckigen Fenstern, Zinnen und riesigen Fensterläden.

Freudestrahlend beugt sich der kräftige, braungebrannte Burg-herr über die Brüstung. „Kommt rein“, ruft er und winkt uns hinauf. Das „Castle Inspiration“, ein dreistöckiger Bau aus 40.000 Plastikflaschen, ist Robert Bezous Vorzeigeobjekt. Über eine Außentreppe führt er uns in die Diele und zeigt über eine breite Theke (auch aus Plastikflaschen) linkerhand in eine kleine Küche. Über eine schmale Freitreppe direkt vor der schillernden Plastikkulisse der Außenwand geht es ins Obergeschoss in einen großen, karg möblierten Raum. Hier empfängt Robert Gäste, Kunden, mögliche Mitstreiter. Prospekte und Broschüren liegen auf einem langen Tisch. Mehrere Türen führen zu zwei Schlafzimmern und zu geschmackvoll eingerichteten, überraschend modernen Bädern. Nach noch einer Treppe ist aber Schluss. Wir stehen auf einer ausladenden Veranda an einer Bar – natürlich aus alten Flaschen zusammengebaut. Gegen den Tropenregen bringen Robert und sein Helfer Felix del Cid schnell noch ein Dach an. Der junge Latino klettert mit der Bohrmaschine in der Hand und den Schrauben im Mund auf die Brüstung, der Chef hält die Leiter.

Dann prostet uns der große schwere Mann lachend zu. „Lasst uns die Welt mit Bier retten!“  Gerstensaft wird in Panama in Glasflaschen verkauft. Die müllen, anders als Plastikbehälter für Wasser und Brause, weder Land noch Meere zu. Und billiger ist Bier auf der Landbrücke zwischen Mittel- und Südamerika obendrein.

Robert hat einen Traum, einen Traum von einem Dorf aus 120 Häusern, allesamt aus Plastikflaschen gebaut. Seit 2013 sammelt Robert die Behälter. In prall gefüllten Säcken liegen sie am Rande des Plastic Bottle Village herum. Zwei Jahre später baute er aus ihnen das erste Haus. Die Idee dahinter steht in seiner Burg an der Wand geschrieben: „Drink it and build it“. „Dann sind die Pullen weg“, hebt der enthusiastische Rentner mit dem kahlen Schädel die großen Hände, „und sie kosten nichts, sondern liegen sprichwörtlich auf der Straße.“

Drink it and build it, dann sind die ­Pullen weg

Die Bauweise seiner Plastikflaschenhäuser ist recht simpel. Die tragenden Elemente wie Decken, Böden, Säulen und die Treppen sind aus Beton gebaut. Zwischen- und Außenwände dagegen sind aus alten Flaschen. Dazu bauen Robert und seine drei Mitarbeiter Eisengitterkäfige aus Moniereisen und Drahtgeflecht.

In diese Käfige legen die Bauherren die Plastikflaschen, große, kleine, blaue, grüne, zerknautscht oder heile, mit oder ohne Deckel – ganz egal. Ist der Kasten voll, schweißt Felix ein weiteres Gitter als Deckel obendrauf. Nun lassen sich die Käfige aufrichten, nebeneinanderstellen und miteinander verbinden. „Das ist wie mit Lego bauen“, freut sich Robert. Im Anschluss werden Rohre für die Versorgungsleitungen durch die Hohlräume gefädelt. Im letzten Schritt werden die Rechtecke mit Zement verputzt und mit Böden und Decken verbunden. Fenster und Dächer sind aus herkömmlicher Produktion. Wichtig dabei: Die Plastikflaschenhäuser sind erdbebensicher. „Haut mal dagegen“, fordert er uns auf. Der Jüngste und Durchtrainierteste von uns lässt sich das nicht zweimal sagen. Und tatsächlich: Die Wand gibt ein My nach. „Elastisch, aber stabil“, freut sich Robert. Die Überraschung, die das erzeugt, macht ihm Spaß. Das steht ihm im Gesicht geschrieben. Und klar, dass er das schon oft gemacht hat.

Ein anderer Vorteil dieser Bauweise ist genauso einfach erklärt. „Plastikflaschen sind mit Luft gefüllt“, erläutert Robert, kneift ein Auge zu und guckt hinein. „Seht ihr. Luft“, sagt er schelmisch. Und Luft isoliert. Das ist hinlänglich bekannt. Jedes Doppelfenster funktioniert nach diesem Prinzip. Messungen hätten ergeben, dass die Isolierung 17 Grad Celsius ausgleicht. Sprich: Sind es draußen 38 Grad, können sich die Bewohner drinnen bei angenehmen 21 Grad aufhalten. Der Sonne gelingt es nicht, die dicke Luftschicht zu durchdringen.

Robert demonstriert uns das im ersten fertigen Wohnhaus, das schräg gegenüber seiner Burg steht. Schließt sich die Tür hinter dem einstöckigen hellverputzten Bau aus rund 10.000 ­Flaschen, ist es trotz tropischer Hitze vor der Tür drinnen angenehm kühl. Stromfressende Klimaanlagen sind nicht nötig. Die Bauzeit für diesen Prototyp gibt er mit sechs Monaten an. Im Wiederholungsfall sei die Arbeit in zwölf Wochen getan.

Robert stammt aus Kanada, hat dort das ganz normale Leben als Familienvater und Verkäufer von Elektroteilen in alle Welt gelebt und ist dann vor Eis und Schnee in die Tropen geflohen. Dort hätte sich der 68-Jährige an den Strand setzen, sein Bier trinken und den Herrgott einen guten Mann sein lassen können. Hat er aber nicht, denn der Kanadier ist an einem verwirrenden Ort gelandet. In seiner neuen Heimat prallen zwei Welten aufeinander – Tropenparadies und Müllhalde. Kokospalmen säumen die kilometerlangen, weißen Strände. Idyllisch und trügerisch schwappen die Wellen ans flache Ufer. Doch zwischen den Wurzeln in den Mangrovenwäldern dümpeln Flaschen, Styroporbehälter, Tüten. Selbst links und rechts der Badestege schwimmen ausgediente Badelatschen im Wasser – und Flaschen, Flaschen, Flaschen.

Jährlich zieht das Naturparadies unzählige junge Leute aus der 1. Welt an. Sie wohnen in kleinen Hostels und Hotels, schaukeln in Hängematten, räkeln sich auf den Stegen und schnattern mit den Beinen im Wasser vor sich hin. Auf Tauchausflügen und Schnorcheltouren verbraten sie Papas und Mamas Geld. Direkt angrenzend an diese Touristenidylle leben die, die für sie kochen, putzen und waschen. Ihre Straßen sind nicht gepflastert, die Häuser oft ohne Fenster und Türen. Dazwischen türmt sich der Müll – an Straßenecken, auf Gehsteigen, vor dem Supermarkt, auf dem Weg zum kleinen Flughafen, in den Vorgärten, am Strand. Hunde mit krummen Schwänzen, dürre Katzen und Hühner scharren im Abfall.

Rund 4 km von dieser Gemengelage entfernt ist Robert gelandet. Hier lebt er – noch – in einem traditionell gebauten Haus aus Stein und Beton. Seine Frau hat das 33 ha große Stück Dschungel mit in die Ehe gebracht – samt reichhaltiger Vogelwelt, den omnipräsenten lauten Brüllaffen und zwei zugelaufenen ewig hungrigen, zutraulichen Krokodilen, die wir füttern wie daheim Enten im Park. Der Bauplatz für sein eigenes Plastikflaschenhaus ist schon präpariert: Parzelle Nr. 9. Ein wenig verlegen weist er auf das ein wenig höher gelegene Stück Land mit einem phantastischen Blick auf den Ozean. „Hat meine Frau ausgesucht.“

Der Traum von einer besseren Welt kommt nicht vom Fleck

So weit die Theorie. In der Praxis kommt der Hausbau für eine bessere Welt nämlich nicht wirklich vom Fleck. Tatsächlich hat Robert bislang erst zwei Wohnhäuser gebaut. Eins davon ist verkauft. Jeff und Justine Catalano, Restaurantbetreiber auf der Inselgruppe, und ihr eineinhalb Jahre alter Sohn Jai, was auf Indisch Sieg bedeutet, wollen in das Haus einziehen. Derzeit wohnen allerdings nur zwei Katzen hier. Und das auf der Veranda.

Den beiden ist das Geld ausgegangen, schüttelt Robert betrübt den Kopf. 85.000 US-Dollar Baukosten inklusive Solaranlage sind eine Stange Geld. Immerhin ein Raum ist schon ein wenig eingerichtet. Eine verschlissene Couch, ein riesiger Kühlschrank, ein paar Teller, Tassen und Gläser stehen auf der langen Küchentheke, die ebenfalls aus alten Flaschen besteht. Bereitwillig stellen der hochgewachsene Amerikaner und die zierliche Asiatin Robert ihr halbfertiges Zuhause als „Musterwohnung“ zur Verfügung. Aber während im Erdgeschoss schon die Wände schimmeln –  wo niemand wohnt, wird auch nicht gelüftet –, steht der erste Stock noch im Rohbau. Überall liegt Baumaterial verstreut. „Traurig“, murmelt Robert. Auch das Grundstück konnten die Catalanos noch nicht bezahlen. 16.000 Dollar will Robert für das 1.000 Quadratmeter große Stück Urwald haben.

„Wir haben das Haus gekauft, um unseren ökologischen Fußabdruck auf dieser Welt kleiner zu machen“, sagt die Hausbesitzerin tapfer. „Die Plastikflaschenflut ist eine Pest“. Ihr Mann lächelt verlegen. Dann müssen sie los. Zurück bleibt Robert. Der zuckt mit den Schultern. Doch aufgeben ist für den Kanadier keine Option. „Ich bin ein Überzeugungstäter“, lacht er gewinnend und sagt auch: „Ich bin glücklich hier.“

Voller Lebenslust stapft der Bauherr und Umweltschützer denn auch gleich wieder durch seinen Urwald, zeigt auf exotische Vögel, erfreut sich an Blumen und Pflanzen und lacht wie ein Kind, als ein plötzlicher Tropenregen wie ein nasser Vorhang durch die Wolken bricht. Behende zieht er uns auf ein altes, überdachtes Schiff am Ufer des Ozeans. Und ist gleich wieder beim Thema. „Nestlé und Coca-Cola verderben die Welt. Warum muss auf jeder Zigarettenpackung stehen, dass Rauchen der Gesundheit schadet, während Plastikflaschen ungestraft in Wäldern und Meeren entsorgt werden können?“ Allein auf seinem 62 km2 großen Eiland fallen etwa 1,5 Millionen Plastikflaschen pro Jahr an. Das habe eine Müllanalyse der Inselverwaltung ergeben, sagt Robert. Weltweit wurden 2016 mehr als 480 Milliarden Plastikflaschen verkauft.

Das Know-how für den Bau der Häuser hat Robert sich selbst beigebracht. Und er ist gerne bereit sein Wissen weiterzugeben. Zum Selbstkostenpreis von 99 US-Dollar lässt sich der Bauplan eines zweistöckigen Hauses mit 280 Quadratmeter Wohnfläche aus 22.000 Flaschen von der Internetseite der Plastic Bottle Village herunterladen. Verwendet werden nur ganz bestimmte Flaschen – solche aus Polyethylen-terephthalat (PET) Nr. 1. „PET-1-Flaschen brennen nicht“, sagt Robert und hält sein Feuerzeug mit großer Flamme an den Boden einer solchen Buddel. Nach geraumer Zeit schmilzt das Plastik. Flammen: Fehlanzeige, denn sie bestehen nur zu 18% aus Erdöl. Zur Sicherung im Brandfall lässt Robert überdies Sprinkleranlagen einbauen.

Und was sagen die panamesischen Behörden? Gibt es für Häuser aus Plastikflaschen Baugenehmigungen? Was sagt die Feuerwehr? Die Brandschutzkontrolleure? Robert lacht. Baugenehmigungen, Brandschutzabnahmen? „Ich habe nicht gefragt“, sagt er treuherzig und zuckt mit den Schultern. „Man lässt mich einfach machen.“ Und wenn ein Haus fertig sei, freuten sich die Behörden.

Für Haus Nr. 3 ist die Grundplatte bereits gegossen, Käufer aber sind nicht in Sicht. Das kleine Schildchen „for sale“ liegt wie heruntergefallen und vergessen hinter einem Berg Baumaterial. Doch der stockende Vertrieb der Plastikflaschenhäuser ist nicht hausgemacht. Für Einheimische ist es schwer, in Bocas del Toro einen auskömmlichen Job zu finden, nimmt Robert die Landsleute seiner Frau in Schutz. Trotz Tourismus, trotz ausländischem Geld. Das jährliche Durchschnittseinkommen im Land liegt bei rund 10.000 US-Dollar. Da sind Hauspreise, wie die Catalanos sie zu zahlen versprachen, schnell Utopie.

Robert hat viele gute Ideen, aber bald kein Geld mehr. Sein Renommierobjekt, die Burg aus den 40.000 Flaschen, war teuer. Wie teuer? Robert winkt ab. „Egal.“ Doch egal ist das keinesfalls, keine Kundschaft und kein Geld für den Weiterbau zu haben. Damit steht und fällt die Idee des Überzeugungstäters. Frisches Geld auftreiben helfen will ihm darum die Grafikdesignerin aus den USA, die in einem der Schlafzimmer der Burg nächtigt. Ehrenamtlich betreut sie seinen Internetauftritt, seine Facebookseite, hilft ihm via Crowdfunding an Geld zu kommen für seine großen Ideen. Traurige 40 US-Dollar kamen innerhalb von zwei Jahren zusammen. 40 US-Dollar im Kampf gegen eine jährliche Plastikflut, die laut Umwelthilfe so viel wiegt wie die gesamte Menschheit zusammen.

Robert sei ein „good boy“, sagt Taxifahrer Cesar. Was er da oben tue, sei „phantastic“. Doch so richtig nachvollziehen kann nicht mal er, der lange im Ausland lebte, die umweltschützerischen Ambitionen des großen Weißen. „Die Leute im Ort verstehen das nicht“, gibt er achselzuckend zu. Dreck auf die Straße werfen lernen die Kinder von ihren Eltern. Diesen Kreislauf zu durchbrechen sei schwer. Hinzu kommt: Einheimische trinken und vertragen das Wasser aus dem Hahn. Touristen nicht. Darum kaufen sie es in Flaschen.

Dreck auf die Straße werfen lernen die Kinder von ihren Eltern

Das brachte Robert, der sich staunend das deutsche Pfandsystem und die Sache mit dem grünen Punkt und den gelben Säcken für Verpackungsmüll erklären lässt, auf die Idee mit den Stickern. Ein runder kleiner Aufkleber kostet 5 Cent. Die sollen Touristen kaufen, auf ihre leer getrunkenen Flaschen kleben und diese einfach irgendwo im Ort liegen lassen. Wie viele Menschen in deutschen Großstädten ihre Pfandflaschen zurücklassen, die Arme dann aus Papierkörben sammeln und in die Supermärkte tragen. In Panama sollen Schulkinder die Buddel in ausgewählte Supermärkte tragen und als Gegenleistung Nahrung und Schulutensilien erhalten. Robert kauft den Supermärkten die Flaschen dann für die 5 Cent wieder ab und verbaut sie bei sich im Dorf.

Das klingt gut, klappt aber nicht. Praktisch sind die kleinen Aufkleber an manchen Rezeptionen der Hotels und Hostels im Touristenort Bocas del Toro zwar zu kriegen. Doch auf die ­Frage, was das eigentlich für Aufkleber seien, ernten wir ein Schulterzucken.

Also fängt Robert bei den Jüngeren an, lädt Schulklassen in das Plastic Bottle Village ein. Dabei will er dem Nachwuchs nicht nur die Sache mit den Stickern erklären, sondern sie vor allen Dingen durchs Gelände führen, sie den achtsamen Umgang mit der Natur lehren und ihnen beibringen, dass leere Verpackungen nicht ins Wasser und an den Straßenrand gehören, ihnen auch zeigen, wie die Plastikhäuser gebaut werden, damit sie ihr Wissen in die Welt tragen können. Gerade für ärmere Länder ohne Recyclingsystem seien Plastikflaschenhäuser eine clevere Verwertungsmöglichkeit.

Die Finanzierung des Dorfes treibt auch das nicht voran. Plan B lautet darum: Wenn es nicht gelingt, ein ökologisch einwandfreies Dorf zum miteinander Leben zu errichten, weil das Geld und die Käufer fehlen, dann wird es eben ein ökologisches Feriendorf. Mitten in der Karibik, wo es ganzjährig warm ist und das Meer lockt. Die Infrastruktur einschließlich eines kleinen Flughafens sowie eines Fähranlegers ist 15 Minuten mit dem Taxi entfernt schon vorhanden. Kleine Ferienhäuser, hofft Robert, lassen sich besser vermarkten. Errichtet werden soll das Dorf für eine bessere Welt entlang eines Pfades vom Castle runter zum rund 600 m entfernten Ozean. Vielleicht sind Häuser auf Stelzen mit schwimmenden Plattformen, wie rund um den Hauptort Bocas del Toro, ja eine Alternative?

Man könnte aus den Flaschen auch eine Straße bauen

Der zukünftige Straßenbelag soll aus den robusten Plastikflaschen gewonnen werden. „Schaut“, sagt Robert und greift in den riesigen Haufen noch ungenutzter Behälter und reiht sie mit leuchtenden Augen aneinander. „So kann das werden.“ Ein Pfad aus leichten Flaschen ist klug, denn in der Regenzeit verwandelt sich die rote Erde in einen reißenden Bach. Links und rechts sind Parzellen bereits abgesteckt. Bis Haus Nr. 46 reicht der Traum –  ein Traum, der für einen Einzigen vielleicht ein wenig groß ist. Auch für ein solches Kraftpaket wie Robert, der von sich selber sagt, nur zwei Geschwindigkeiten zu kennen: Vollgas oder Stillstand. „Ich bin sehr traurig, was meine Generation mit dem Planeten angestellt hat“, sagt er. „Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es noch nicht zu spät ist“, erklärt er seinen nicht versiegenden Optimismus.

Vor dem Plastikflaschenschloss geht die Sonne unter. Robert hat die Fensterläden geschlossen, Felix und seine Kollegen sind runter ins Dorf gefahren. Entspannt sitzt Robert auf der Burgtreppe und stellt behutsam – und stocknüchtern – sein Weltverbesserungsbier neben sich auf die rote Erde. Doch gleich ist er wieder bei der Sache und weist auf eine Ameisenstraße zu seinen Füßen. „Schaut, die Ameisen sollten ein Vorbild sein“, sagt er mit funkelnden Augen. „Die arbeiten miteinander, nicht gegeneinander, mit der Natur, nicht gegen sie.“

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